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  • Nina Rohloff

Warum gutgemeinte Entenfütterung schnell zur Gefahr von Tier und Natur wird...

Aktualisiert: 24. Juni 2018

Ein schöner Anblick, vor allem für die Kinder, wenn die Enten schnell angeschwommen kommen und voller Vorfreude auf die reichlichen Brotstückchen warten. Vielen Eltern und Großeltern sind Spaziergänge an der frischen Luft wichtig, die kleinen aufklären darüber welche Blümchen und Bäumchen zu welcher Jahreszeit wächst, welche Tiere sich in unseren Wäldern verstecken und wie wichtig es ist Rücksicht auf die Natur zu nehmen.

Um den Ausflug noch schön abzurunden, geht es an den See, zum Enten füttern. Schließlich sammelt Oma schon wochenlang das Brot und trocknet es für die Enten. Das die Brotreste für die Enten und auch für unsere Gewässer eine fast schon kleine Katastrophe ist, wissen viele nicht und fühlen sich schnell angegriffen, wenn sie darauf hingewiesen werden.

Wasservögel ernähren sich für gewöhnlich von Wasserpflanzen, Gräsern, Samen, Schnecken und Würmern. Die Suche nach Nahrung hält sie in Bewegung und verbraucht Energie, merken sie jedoch, das die Nahrungszufuhr auch ganz einfach über den Tag verteilt über Brückengeländer geschüttet werden, wieso sollten sie dann danach suchen? Gibt es also dauerhaft Futter ohne etwas dafür tun zu müssen, werden sie dieses auch in Anspruch nehmen. Die Folgen können massive Organverfettungen sein. Unser Brot enthält Farb- und Konservierungsstoffe, Aromen, Gewürze und jede menge Salz, all die Dinge haben in einer Ente oder einem anderen Wasservogel eigentlich nichts verloren. Ein weiteres Problem ist das aufquillen des Brotes, was nach großen Mengen zu starken Bauchscherzen führen kann. Durch das „faul werden“ der Enten kommt es schnell vor, das sie sich ausschließlich von Brotresten ernähren, was zu schweren Nährstoffmängel führt. Folgen dieses Nährstoffmangels sind unter anderem dünnschälige Eier in der Brutzeit oder gar eine tödlich endende legenot der weiblichen Tiere. Die Flügel der Enten, können sich durch eine Fehlernährung so stark verformen das sie nicht mehr in der Lage sind zu fliegen (Engelsflügeln). Dazu kommt, das die Enten ihren natürlichen Schutzinstinkt verlieren, sie sind teilweise sogar richtig Handzahm. Was verständlicherweise nett anzusehen ist, hat aber fatale Folgen, wenn sie einem heranfahrenden Auto nicht ausweichen oder beispielsweise Hunde zu nah an sich heranlassen. Nun ist das schlimme an der Sache, das es nicht nur Menschen gibt die den Tieren was „gutes“ wollen, sondern auch diese die ihre verdorbenen Lebensmittel klammheimlich im Fluss oder im See „beseitigen“. Dort wo Lebensmittel unter Luftabschluss zersetzt werden, entstehen Botulismusbakterien (Clostridium botulinum), werden diese von den Tieren aufgenommen, entstehen lebensbedrohliche Vergiftungen. Erste Vergiftungsysmptome einer Ente, äußern sich durch Lähmungserscheinungen, gelegentlich begleitet von Durchfällen.

Nicht nur den Tieren schadet die Fütterung mehr als es ihnen gut tut, auch das Gewässer verändert sich, kleinere Flüsse können so sogar komplett zerstört werden. Meist wird das Brot reichlich ins Wasser geschmissen, nicht alles davon werden die Enten fressen können, ein meist ungewollter Nebeneffekt ist, das damit auch Ratten angelockt werden könnten, das kann in Gegenden in denen die Wohnhäuser sehr nah am Wasser sind, schnell zum Problem werden. Alles was jetzt noch an Brotresten übrig ist, sinkt zu Boden, das muss natürlich irgendwie auch abgebaut werden, was viel Sauerstoff beansprucht, Sauerstoff das den Lebewesen im Wasser fehlt. Im Sommer, wenn das Wasser warm ist, wird ohnehin schon weniger Sauerstoff gebildet, so kann es also schnell kritisch werden und Tiere und Pflanzen ersticken regelrecht.

Das verdorbene Brot zusammen mit dem Entenkot wirkt Düngerähnlich, somit entstehen viele Algen. Der erhöhte Algenwachstum, zusammen mit dem Sauerstoffmangel führt dazu das dass Wasser kippt. Es trübt sich ein, dadurch ist die Photosynthese nur noch bedingt bis gar nicht mehr möglich, Pflanzen die es bis dahin noch geschafft haben, verenden jetzt auch. Es kommt zu Einschlammung des Gewässers, was im schlimmsten Fall bedeutet das der Fluss/See irgendwann komplett leer gepumpt werden muss. Es ist also ein sehr großer Kreislauf, in den wir eingreifen, mit einer scheinbar so banalen leinigkeit“. Und das ist es, was ein tierlieber, naturverbundener Mensch nicht in kauf nehmen sollte.

Jetzt fragen sich natürlich viele, ob es denn gar keine Möglichkeit gibt, Enten zu füttern, ohne ihnen und der Natur so erhebliche Schäden zuzufügen. Ob es grundsätzlich überhaupt notwendig ist, freilebende Vögel, egal welcher Art zu füttern, darüber streiten sich die Geister. Möchte man sie aber in jedem Fall weiter füttern, so kann das getan werden, wenn ein paar Regeln dafür eingehalten werden.

- Futter nur an Land anbieten, um das Wasser nicht unnötig zu verschmutzen. - Nur soviel füttern, wie auch gefressen wird, damit keine Ratten angelockt werden.

- Auf Brot sollte gänzlich verzichtet werden, gute alternativen sind Haferflocken, Kleie, Eicheln, Obst oder spezielles Wasservogelfutter, welches wir im Tierfachgeschäft erhalten.

Für naturbegeisterte Menschen egal ob jung oder alt, bietet der NABU (Naturschutzbund Deutschland) immer wieder sehr interessante Aktivitäten rund um die Natur an.

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